Rolli-Urlaub Russland
Russland im Rolli-Urlaub
Die politischen Veränderungen zu Beginn der 1990er Jahre haben auch zunehmend Touristen, darunter Gäste mit Behinderungen, in die osteuropäischen Länder geführt. Daher gewinnen Aspekte des behindertengerechten Tourismus an Bedeutung. Auch wenn es in Russland noch keine einheitlichen Zertifizierungen gibt, erkennen immer mehr staatliche und private Einrichtungen die Notwendigkeit barrierefreier Einrichtungen für Touristen im Rollstuhl-Urlaub.
Mit dem Rollstuhl in Russland unterwegs.
Foto: www.wato.de, Sabine Wiedamann
Ein besonderes Engagement zur Umsetzung dieses Zieles legt das „European Network for Accessible Tourism (ENAT)“ (Informationen in Englisch) an den Tag. Das Ziel ist klar gesteckt: Innerhalb der nächsten 15 Jahre soll der barrierefreie Tourismus in allen europäischen Ländern als Standard etabliert werden.
Rolli-Urlaub Russland, Unterkünfte
In Russland ist die Zahl der rolligerechten Hotels und Gastronomiebetriebe noch nicht so hoch wie in anderen europäischen Ländern, doch die Zahl der Angebote steigt stetig. Insbesondere in den großen Städten wie Moskau oder St. Petersburg finden Menschen mit Mobilitätseinschränkungen mittlerweile eine gute Auswahl an behindertengerechten Hotelzimmern in unterschiedlichen Preiskategorien. Die Zimmer sind dann unter anderem mit einem breiteren Türrahmen und mit einer befahrbaren Dusche ausgestattet oder haben beispielsweise niedrigere Türklinken, die auch Rollstuhlfahrer problemlos erreichen können. Auch mobile oder fest installierte Rampen für den stufenlosen Zugang nehmen immer mehr zu.
Russlands Attraktionen im Rolli-Urlaub
Moskau im Rollstuhl
Wer in der russischen Hauptstadt Moskau unterwegs ist, der sollte sich die prächtigen Metrostationen anschauen. Sie sind weitaus prunkvoller gebaut als die U-Bahn-Stationen in vielen westlichen Ländern. Vor allem die neuen Stationen sind mittlerweile auch behindertengerecht, unter anderem mit entsprechend breiten Aufzügen, erreichbar. Ebenfalls relativ problemlos und barrierefrei erreichbar ist der Rote Platz in Moskau.
Mit Rollstuhl durch St. Petersburg
Wer nicht nur in Moskau auf Entdeckungsreise mit Rollstuhl gehen will, der sollte sich die „europäischste Stadt Russlands“, nämlich St. Petersburg, nicht entgehen lassen. Ein Muss bei einem Besuch in dieser Stadt ist das Hermitage Museum, das einige der bedeutendsten Bilder der Kunstgeschichte beherbergt. Seit August 2011 ermöglicht eine Rampe auch Rollstuhlfahrern den behindertengerechten Zugang zu dieser einmaligen Kunstsammlung.
Rollstuhlgerechte Natur und Kultur in Russland
Kultur und Natur passen in Russland für Besucher mit und ohne Behinderungen bestens zusammen. So wird zum Beispiel der Baikalsee zunehmend als Touristenattraktion entdeckt. Noch ist der barrierefreie Tourismus hier im Aufbau. Es gibt allerdings rolligerechte Wanderwege auf ausgewählten Strecken. Ein ganz besonderes Abenteuer ist eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn. Zwar ist eine Individualreise für Urlauber mit Behinderungen und Mobilitätseinschränkungen für diese Eisenbahnstrecke nach wie vor schwierig. Einige Reiseveranstalter bieten aber bereits Touren mit Erleichterungen an.