Lehsen: Klassizistisches Gutshaus und Parkgeschichte
Unterkünfte in Lehsen
Ein Gutshaus aus der klassizistischen Zeit und ein weitläufiger Landschaftspark geben Lehsen einen klaren kulturhistorischen Akzent. Das Interesse richtet sich hier auf konkrete Bauformen und auf die Verbindung des Gutshausensembles mit Bäumen, Wasser und früheren Gutsgebäuden.
Gutshaus und Landschaftspark
Das zweigeschossige klassizistische Gutshaus wurde 1822 erbaut und ist in neun Achsen gegliedert. Vier dorische Säulen tragen den Portikus; im Giebelfeld befindet sich eine Uhr. Diese Details erklären die Wirkung der Fassade aus mehreren Teilen: Der Portikus setzt den Eingang hervor, die neun Achsen geben der Front ihren Rhythmus, und die Uhr markiert den Giebel. So lässt sich das Haus nicht nur über sein Baujahr, sondern auch über seine architektonischen Merkmale erfassen. Für Kulturinteressierte liegt der Reiz darin, Bauform und einzelne Gestaltungselemente gemeinsam zu betrachten.
Mit dem Gutshausensemble verbunden ist ein ausgedehnter Landschaftspark mit alten und seltenen Bäumen, ehemaligen Gutsgebäuden, Gräben und einem Teich. Neben dem Bauwerk gehören damit auch Gehölze, Wasser und frühere Gutsgebäude zum Bild der Kulturlandschaft. Ludolf von Laffert, Landwirt und Dendrologe, betrieb in Lehsen Baumschulen. Dendrologie bezeichnet die Beschäftigung mit Gehölzen; bei von Laffert treffen also eine fachliche Beschäftigung mit Bäumen und eine konkrete Baumschultätigkeit am selben Ort zusammen. So erhält die Gehölzgeschichte einen benannten historischen Akteur.
Kirchen- und Mühlengeschichte in Wittenburg
Eine eigenständige kulturhistorische Perspektive bietet die Stadt Wittenburg. Sie besitzt eine typisch mecklenburgische Altstadt mit liebevoll saniertem mittelalterlichem Stadtkern. Am Rand des Marktplatzes steht die St. Bartholomäuskirche, eine romanische Backsteinkirche, deren Bau um 1240 begann. An ihrem Äußeren finden sich zahlreiche romanische Schmuckformen, darunter Ecklisenen und rundbogige Trauffriese. Auch der Grundriss ist genau gegliedert: Das Langhaus ist dreischiffig und dreijochig; daran schließt ein zweijochiger Rechteckchor an. Damit bietet die Kirche mehrere konkrete Anknüpfungspunkte für Architekturinteressierte, von der Backsteinfassade bis zur Gliederung des Baukörpers.
Die Baugeschichte des Kirchturms zeigt eine spätere Veränderung: Der ursprüngliche Turm wurde nach seiner Zerstörung durch einen Brand im 17. Jahrhundert 1908 in neugotischen Formen neu errichtet. Mit 64 Metern Höhe gilt er als Wahrzeichen Wittenburgs. Auf der Westempore der Kirche befindet sich außerdem eine um 1848 gebaute Orgel von Friedrich Wilhelm Winzer. So stehen in Wittenburg romanische Formen neben späteren baulichen und musikalischen Zeugnissen.
Zur Mühlengeschichte Wittenburgs gehören ebenfalls konkrete Daten. Die Erdholländer-Windmühle wurde 1890 aus Schwerin nach Wittenburg umgesetzt. Das Mühlenmuseum der Stadt eröffnete 1979 mit der sanierten Wittenburger Mühle als erstem Museumsobjekt. Auch die Elbetal-Schaalsee-Radroute führt Wittenburgs historische Windmühle als Station auf. Ihr weiterer Landschaftsrahmen umfasst Wälder, Wiesen, Felder, Obstgärten und ehemalige innerdeutsche Grenzorte. Wenn Sie diese Route einplanen, prüfen Sie vor der Abfahrt die aktuellen Wegbedingungen und Services.
Kulturinteressen und Unterkunftswahl
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