Ruhrgebiet: Industriekultur und Routen entdecken
Unterkünfte in Ruhrgebiet
Im Ruhrgebiet treffen eindrucksvolle Zeugnisse der Industriekultur auf Wege durch Städte und Landschaften. Aussichtspunkte eröffnen neue Perspektiven auf die Region; Museen erzählen vom Arbeitsleben und seiner Geschichte. Wer einen Aufenthalt plant, kann zwischen längeren Radrouten, kürzeren Stadttouren und einzelnen Besuchen mit ganz unterschiedlichem Schwerpunkt wählen.
Industriekultur mit vielen Facetten
Das Netz der Route Industriekultur verbindet bedeutende Industrieerbestätten des Ruhrgebiets. Es umfasst 27 Ankerpunkte, 17 Aussichtspunkte und 13 Siedlungen. Themenrouten greifen Natur, Stadtgeschichte, Architektur, Bergbau und Transportwesen auf. So lässt sich der Blick auf die Region gezielt ausrichten: auf die Technikgeschichte ebenso wie auf Bauwerke oder die Entwicklung der Städte.
Im UNESCO-Welterbe Zollverein umfassen Führungen die erhaltenen Übertageanlagen der Zeche und Kokerei sowie das Gelände der Welterbestätte. Einen anderen Zugang zur Industriekultur bietet die Maschinenhalle des LWL-Museums Zeche Zollern: Stahl und Glas bilden den Industriekulturbau, dessen bunt verglastes Jugendstilportal einen markanten Akzent setzt. In Bochum-Weitmar zeigt die Dauerausstellung von Situation Kunst/Museum unter Tage auf mehr als 1.000 Quadratmetern Landschaftskunst vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Das LVR-Industriemuseum St. Antony-Hütte präsentiert eine Dauerausstellung im ehemaligen Direktorenwohnhaus.
Der Gasometer Oberhausen ist ein 117 Meter hoher Gasbehälter, ein Industriedenkmal und heute Ausstellungsort. Sein Dach ist über einen Außenaufzug oder 592 Treppenstufen erreichbar und bietet einen Panoramablick. Da sich betriebliche Details ändern können, prüfen Sie die aktuellen Zugangsmöglichkeiten am besten vor dem Besuch. Im Deutschen Bergbau-Museum Bochum führt während der Öffnungszeiten des Museums eine Aufzugfahrt im Fördergerüst zur ersten von zwei Aussichtsplattformen. Von dort reicht der Blick über die vom Bergbau geprägte Region.
Ausblicke, Kunst und besondere Orte
Beim Tetraeder Bottrop liegt die erste Plattform 18 Meter hoch; eine weitere befindet sich 20 Meter darüber und bietet einen Rundumblick über die Metropolregion. Tiger & Turtle – Magic Mountain verbindet Kunst, Abenteuer und Erlebnis in Form einer begehbaren Achterbahn-Skulptur. Bei klarem Wetter reicht der Blick vom Looping bis nach Düsseldorf und zum Flughafen-Tower.
Im LWL-Museum Henrichshütte führt der „Weg des Eisens“ zu einem Aussichtspunkt auf Hochofen 3. Aus 55 Metern Höhe eröffnet sich dort ein Blick über das Ruhrtal. In der Schaugießerei veranschaulichen Vorführungen und Erzählungen ehemaliger Mitarbeiter als Zeitzeugen das historische Arbeitsleben. Im Landschaftspark Duisburg-Nord verbinden sich Industriekultur und Naturerlebnis zu einer Parklandschaft. Wer dort den Hochseilparcours nutzen möchte, klettert zwischen den Hochöfen 1 und 2 in 55 Metern Höhe; eine Buchung ist erforderlich.
Mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs
Die Route Industriekultur per Rad ist ein 300 Kilometer langer Rundkurs, der die wichtigsten Industriedenkmäler des Ruhrgebiets verbindet. Häufig verläuft sie abseits des Straßenverkehrs über gut ausgebaute Wege auf ehemaligen Bahntrassen und an Flussufern. Ein Knotenpunktsystem unterstützt die Orientierung. Damit unterscheidet sich diese überregionale Radroute deutlich von den Urban.Trails: Die Stadtrouten im Ruhrgebiet sind 7 bis 15 Kilometer lang und als Halbtagestouren oder Tagestouren angelegt.
Ein konkretes Beispiel ist der Urban.Trail Essen. Er beginnt am Südausgang des Essener Hauptbahnhofs und endet an der S-Bahn-Haltestelle Essen-Hügel. Wenn Sie diesen Endpunkt für Ihre Planung nutzen, prüfen Sie die aktuellen Fahrpläne des Nahverkehrs. Der etwa 100 Kilometer lange Emscher-Weg führt durch das Ruhrgebiet an Industriekulissen, Kunstinstallationen und Natur vorbei. Die unterschiedlichen Streckenlängen und Tourformate bieten Orientierung bei der Frage, ob ein Stadttag oder eine Radroute den Aufenthalt prägen soll.
Auch der Blick auf einzelne Orte kann die Auswahl bestimmen: Der Emscher-Weg verbindet Natur und Industriekulissen entlang einer Route, während die Urban.Trails als Stadtrouten angelegt sind. So wird die Suche nach einem passenden Standort an den eigenen Schwerpunkten ausgerichtet, ohne alle Ziele in einen einzigen Ausflug packen zu müssen.
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