Pokrent: Kirche, Dorfgeschichte und Neuendorfer Moor
Unterkünfte in Pokrent
In Pokrent reichen die datierten Zeugnisse von einem Balkenholz aus der Zeit um 1200 bis zum Kirchturm von 1805. Zugleich gehört das Neuendorfer Moor zu den wenigen westmecklenburgischen Regenmooren. Das Dorf bietet damit zwei klar unterscheidbare Themen: eine Baugeschichte, die sich an einzelnen Teilen der Kirche ablesen lässt, und einen geschützten Naturraum. Für Ihre Reiseplanung können Sie zuerst entscheiden, ob Sie Pokrent eher über historische Gebäude oder über Moorlandschaft und die Route „Blutbuchenallee“ entdecken möchten.
Kirche mit mehreren Bauphasen
Die Kirche in Pokrent ist das älteste Gebäude des Dorfes. Ihre Datierungen beziehen sich auf verschiedene Teile: Der vollständig erhaltene Dachstuhl des Chorraums ist auf 1390 datiert; das Kirchenschiff wurde etwa 1406 erbaut. Dessen ungefähre Datierung wird durch datierte Dachhölzer gestützt. So steht keine einzelne Jahreszahl für den gesamten Bau, sondern jede beschreibt einen eigenen Abschnitt.
Im Chordach ist außerdem ein etwa sechs Meter langer, geschnitzter Balken in Zweitverwendung erhalten. Sein Holz wurde auf etwa 1200 datiert; die Schnitzerei zeigt ein wabenähnliches Muster. Damit begegnen in einem Gebäudeteil zwei unterschiedliche Zeitbezüge: das Alter des Holzes und die Datierung des Dachstuhls. Der Kirchturm wurde 1805 errichtet. Die neugotische Innenausstattung stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und umfasst Altar, Kanzel, Gestühl, Holzdecke und Empore. An der Kirche lassen sich so mittelalterliche Bauteile, ein späterer Turm und eine nochmals jüngere Ausstattung unterscheiden.
Pfarrhaus, Stellmacherei und Burgreste
Auch außerhalb der Kirche setzt sich die Ortsgeschichte an einzelnen Bauwerken fort. Das Pokrenter Pfarrhaus stammt aus dem Jahr 1760. Der um das Pfarrhaus angelegte Garten entstand 1796 und wird heute bei Gemeindeveranstaltungen als parkähnliche Anlage genutzt. Die getrennten Daten ordnen Haus und Garten zeitlich ein; die heutige Nutzung gibt dem Garten zugleich einen Bezug zum Gemeindeleben.
Die Stellmacherei in der Dorfstraße ist ein 1857 errichteter Backsteinbau. Ihr rechteckiger Grundriss, eineinhalb Geschosse und das flache Satteldach beschreiben die Grundform. Giebelständige Ausrichtung, Lisenengliederung und sieben Achsen bestimmen die äußere Gliederung; Hermann Möglichhausen ist als Architekt angegeben. Von der mittelalterlichen Burg Mikenborg sind Reste des Walls und des Grabens erhalten, die als Bodendenkmal gelten. Pfarrhaus, Garten, Stellmacherei und Burgreste zeigen damit verschiedene Seiten der Ortsgeschichte – vom genau datierten Gebäude bis zum archäologischen Zeugnis.
Neuendorfer Moor und Blutbuchenallee
Das Naturschutzgebiet Neuendorfer Moor gehört zum Biosphärenreservat Schaalsee und umfasst vor allem Flächen der Gemeinde Pokrent in der Gemarkung Neuendorf, Flur 2. Seine Gesamtfläche beträgt etwa 161 Hektar. Als eines der wenigen westmecklenburgischen Regenmoore setzt es einen eigenen landschaftlichen Schwerpunkt neben der Baugeschichte des Dorfes. Für eine genaue Orientierung an den Schutzgebietsgrenzen lohnt sich ein Blick auf aktuelle amtliche Karten.
Ein weiteres Naturthema erschließt die Route „Blutbuchenallee“ zwischen Pokrent und Renzow. Sie führt an Europas einziger noch existierender Blutbuchenallee entlang, die durch das eindrucksvolle Farbenspiel ihrer Blätter auffällt. Dieser Eindruck verändert sich mit den Jahreszeiten und macht die Route zu einem anderen landschaftlichen Schwerpunkt als das Moor.
Handwerk und größerer Landschaftsrahmen
Zur Bau- und Landschaftsgeschichte kommt die kleine Töpferei „Keramik am Wald“ in Pokrent. Sie fertigt handgearbeitete funktionale und dekorative Keramik für Alltag und Garten. Gebrauchsgegenstände und Gestaltung treffen hier in einem lokalen Handwerksthema zusammen und ergänzen die historischen Bauzeugnisse um einen weiteren Blick auf Pokrent.
Im übergeordneten Reiseziel Nordwestmecklenburg reicht der Landschaftsrahmen vom „Nordwestmecklenburgischen Hügelland mit Wismarbucht“ im Norden bis zur „Westmecklenburgischen Seenlandschaft mit Schweriner See“ im Süden. Endmoränenzüge und flachwellige Grundmoränenplateaus gehören ebenso zur Landschaft des Landkreises wie Steil- und Flachküsten, Schmelz- und Abflussrinnen sowie Sanderflächen.
Den Aufenthalt nach Interessen ausrichten
Für Ihre Suche nach einer Unterkunft in Pokrent kann ein persönlicher Schwerpunkt den Ausschlag geben: Die Kirche, das Pfarrhaus, die Stellmacherei und die Burgreste stehen für unterschiedliche historische Themen; Moor und Blutbuchenallee bilden eigenständige Naturthemen.
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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Amt Lützow-Lübstorf.