Wulkow entdecken: romanische Kirchen und Malereien
Unterkünfte in Wulkow
Zur Ortschaft Wulkow gehören Großwulkow und Kleinwulkow. Ihre Dorfkirchen setzen unterschiedliche Akzente: In Großwulkow prägen romanischer Backstein und mittelalterliche Ausstattungsstücke das Bild; Kleinwulkow ist durch Malereien aus Barock und Jugendstil interessant. Ein Hügelgräberfeld und die Geschichte eines Missionars erweitern den Blick über die Kirchen hinaus. So führt Wulkow von Baukunst und Kunsthandwerk bis zu unterschiedlichen Kapiteln der Ortsgeschichte.
Romanischer Backstein in zwei Ortsteilen
Die Dorfkirche Großwulkow wurde im Rundbogenstil des romanischen Backsteinbaus errichtet, wie er auch im Kloster Jerichow verwendet wurde. Der Begriff Rundbogen lenkt den Blick auf die Form, Backstein auf das Material. In Kleinwulkow ist die romanische Backsteindorfkirche die kleinste im Katten-Winkel. Die beiden Ortsteilkirchen lassen sich damit an unterschiedlichen Merkmalen einordnen: am Stilbezug zu Jerichow bei Großwulkow und an der Größenstellung Kleinwulkows im Katten-Winkel.
Malereien in der Dorfkirche Kleinwulkow
In der Dorfkirche Kleinwulkow sind originale Barockmalereien erhalten; im Mittelpunkt steht ein Taufengel. An den Wänden und an der Decke befinden sich außerdem Jugendstilmalereien. Damit treffen in der Ausstattung zwei klar unterscheidbare Epochen aufeinander. Während die romanische Bauweise eine Verbindung zwischen den Ortsteilkirchen schafft, lenken diese Malereien den Blick in Kleinwulkow auf ein anderes Thema: die Gestaltung des Kirchenraums über mehrere Stilrichtungen.
Für die Reiseplanung ist das ein klarer thematischer Unterschied: Großwulkow lenkt zur romanischen Bauweise und ihren datierten Ausstattungsstücken, Kleinwulkow zu Malereien aus Barock und Jugendstil.
Die Dorfkirche Großwulkow im zeitlichen Überblick
Das romanische Triumphkreuz in der Dorfkirche Großwulkow stammt aus der Zeit um 1160; die Kirche wurde 1172 erstmals in einer Urkunde des Erzbischofs Wichmann von Magdeburg erwähnt. Im 12. Jahrhundert entstand auch der original erhaltene romanische Taufstein. Die romanische Glocke wurde um 1200 gegossen, hängt im Turm und ist für Besucher nicht sichtbar. So reicht der Blick von einem frühen Ausstattungsdatum über die erste urkundliche Erwähnung bis zu einem späteren Gegenstand im Turm.
Spuren von der Bronzezeit bis ins 19. Jahrhundert
Das spätbronzezeitliche Hügelgräberfeld in Großwulkow verweist auf die frühe Besiedlungsgeschichte. Es erweitert den zeitlichen Rahmen der Ortsgeschichte deutlich über die mittelalterlichen Kirchen hinaus. Eine andere, viel spätere Spur führt von Kleinwulkow nach Indien: Der aus Kleinwulkow stammende Missionar Johann Andreas Wernicke gehörte zu den Ersten, die 1838 im Zuge der Berliner Gossnermission nach Indien aufbrachen. So stehen frühe Besiedlung und die Lebensgeschichte eines Missionars im 19. Jahrhundert als sehr unterschiedliche Kapitel nebeneinander.
Kirchenführungen und Gruppenprogramm
Im Kirchspiel Wulkow–Wust werden geschichtliche Führungen durch sechs Kirchen angeboten. Für Gruppen ab zehn Personen können der Geschichtskreis und die Marionettenbühne im Kirchspiel außerdem einen Tag auf der Straße der Romanik in der Region organisieren. Das Programm umfasst Besichtigungen, Vorträge, Marionettenspiel, Mittagessen und Kaffeetafel. Wenn Sie dieses Gruppenformat einplanen, stimmen Sie den Termin vorab mit dem Geschichtskreis und der Marionettenbühne ab. Fragen Sie auch für die Führungen vor einer festen Planung nach einem passenden Termin.
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