Kirchheim i.Schw. entdecken
Unterkünfte in Kirchheim In Schwaben
Kirchheim i.Schw. erzählt seine Geschichte an Bauwerken und im Ortsbild: Das Fuggerschloss, die Pfarrkirche, Kapellen und Straßen führen durch unterschiedliche Epochen. Das weithin sichtbare Schloss ist das Wahrzeichen des Ortes und wird auch „der bayerische Escorial“ genannt. Wer sich für Renaissancekunst und die Entwicklung Kirchheims interessiert, findet hier mehrere konkrete Anknüpfungspunkte.
Vom mittelalterlichen Burgplatz zum Fuggerschloss
Zwischen 1578 und 1587 ließ Johannes Fugger die mittelalterliche Burg weitgehend abbrechen und an ihrer Stelle das heutige Fuggerschloss errichten. Diese Abfolge macht den Wechsel vom älteren Burgplatz zur späteren Schlossanlage fassbar. 1601 stiftete der Sohn des Schlosserbauers Marcus Fugger ein Dominikanerkloster. So entstand der „Schwäbische Escorial“ als Einheit von Schloss, Kloster und Kirche – ein weiterer Name, der die Gesamtanlage von der Bezeichnung „bayerischer Escorial“ für das Fuggerschloss unterscheidet.
Vom Hauptportal verläuft der Weg durch die sogenannte Toskanische Säulenhalle bis zum Zedernsaal, dem repräsentativsten Raum der Anlage. Seine Holzdecke, überlebensgroßen Terrakottafiguren, der Kamin und die mächtigen Portale geben dem Raum seinen besonderen Charakter. Auch die Akustik wird bei zahlreichen Konzerten während der Sommermonate erlebbar. Wenn Sie ein Konzert in Ihre Reiseplanung aufnehmen möchten, prüfen Sie die Termine vorab.
Kirchenkunst und Spuren im Ortsbild
Im Chorraum der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul befindet sich das Hochgrab des Schlosserbauers Hans Fugger. Es gilt als eine der schönsten Renaissanceplastiken Süddeutschlands. Eine weitere Spur aus der Familiengeschichte ist die 1605 von Marie Salome, geborene Freiin zu Aulendorf-Königsegg und Gemahlin des Marcus Fugger, errichtete Kapelle. Sie ließ sie anstelle einer älteren 14-Nothelfer-Kapelle erbauen und widmete sie der „Kapelle zum Lob und zur Ehre der Verkündigung Mariae“. Davon zu unterscheiden ist die Glocke der Leonhardskapelle: Sie stammt aus der Zeit um 1470 und trägt die Inschrift „hilf ihs yn der er unsser lieben frawen und s. lienhardus“.
Auch der Wiederaufbau nach dem Großbrand vom 20. Juni 1861 ist im Ortsbild ablesbar. Damals wurden 62 Häuser zerstört; die exakt ausgerichteten Giebelhäuser der Haselbacherstraße zeugen von der anschließenden geordneten Wiederbebauung. Ein Blick auf andere Bauwerke führt zu früheren technischen und repräsentativen Funktionen: Das 1563 errichtete fuggerische Wasserpumpwerk Brunnenhaus am Fuße des Schlossberges versorgte das Schloss und seine Brunnenanlagen mit Wasser. Hans Fugger ließ es 1585 instand setzen, im 18. Jahrhundert wurde es umgestaltet. Auf dem Marktplatz erinnert ein Brunnen mit Denkmal des heiligen Johann Nepomuk an das Jahr 1740. Sein Postament trägt die Reliefwappen von Graf Cajetan Joseph Fugger und seiner Gemahlin Anna, geborene Stein zu Rechtenstein.
Das Heimatmuseum im zweiten Obergeschoss und im Dachgeschoss des Rathauses widmet sich unter anderem Vor- und Frühgeschichte, Kunst, Volkskunde, Ortsgeschichte, Handwerk und Landwirtschaft. Eine andere historische Darstellung vermittelt das 1994 vom TSV Kirchheim zum Jubiläum „450 Jahre Marktwappen“ gegründete Landsknechtsfähnlein: Landsknechte und Marketenderinnen in bunten, geschlitzten Gewändern stellen die frühe Renaissance um 1540 dar. Diese Themen ergänzen die Schlossgeschichte um Ortsalltag, Brauchtum und verschiedene historische Zeitbilder, ohne dass sie auf eine einzelne Epoche beschränkt bleibt.
Kirchheim und das größere Unterallgäu
Bei der Wahl Ihrer Unterkunft können Sie überlegen, ob Kirchheims Bau- und Ortsgeschichte den Schwerpunkt Ihrer Reise bilden soll oder ob Sie auch weitere Themen im übergeordneten Reiseziel Unterallgäu einplanen möchten. Zu den dortigen Kulturzielen zählen die barocke Basilika in Ottobeuren, die Mindelburg in Mindelheim und die ehemalige Reichskartause in Buxheim, die für ihr Chorgestühl bekannt ist. Auch die regionalen Wege können für die Planung eine Rolle spielen: Die Rad- und Wanderwege im gesamten Landkreis sind einheitlich beschildert; außerdem gibt es im Unterallgäu die Glückswege.
Für die Anreise im größeren regionalen Zusammenhang nennt das Unterallgäu die Autobahnen A7 und A96, ein dichtes Straßennetz, Zuganbindungen und den Allgäu Airport in Memmingerberg. Diese Orientierung gehört zur Region, während Kirchheims eigener Reiz vor allem in der Verbindung aus Schlossgeschichte, Kirchenkunst und den sichtbaren Spuren der Ortsentwicklung liegt. So können Sie den gewünschten Schwerpunkt setzen, bevor Sie Ihre Unterkunft für den Aufenthalt auswählen.
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