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Neudietendorf: Streuobstwiese, Apfelstädt und Geschichte

Unterkünfte in Neudietendorf

2 Erwachsene · keine Kinder · 1 Zimmer
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Neudietendorf verbindet eine seit Jahrhunderten bewirtschaftete Streuobstwiese am Kirchberg mit der Geschichte der Böhmischen Brüder. Natur und Kultur sind damit zwei unterschiedliche Zugänge zum Ort.

Landschaft an Apfelstädt und Drei-Gleichen

Neudietendorf liegt im Tal der Apfelstädt am Südrand des Thüringer Beckens. Im Ort mündet der aus Sülzenbrücken kommende Weidbach in die Apfelstädt; er entspringt in Mühlberg. Neudietendorf ist der kulturelle und geografische Mittelpunkt der Gemeinde Nesse-Apfelstädt. Von hier aus blickt man nach Südwesten auf die Drei-Gleichen, eine Burgengruppe, die dem Gebiet seinen Namen gibt. Die Flusslage und der Blick zu den Burgen bieten unterschiedliche Orientierungspunkte für Landschaft und Ortscharakter.

Streuobstwiese am Kirchberg

Die Streuobstwiese „Kirchberg“ wurde 1724 angelegt und wird seither bewirtschaftet. Streuobstwiesen verbinden Obstbäume mit Wiesenflächen; die Fläche ist Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten, darunter teils stark bedrohte Arten. Damit ist sie ein konkreter Naturbezug neben den religiösen und baulichen Themen des Ortes. Die örtliche Naturschutzgruppe bietet beispielsweise Führungen für Familien und Kinder an. Wenn Sie eine Führung in Ihre Reiseplanung aufnehmen möchten, erfragen Sie konkrete Termine beim Veranstalter.

Für Samstag, den 10. Oktober 2026, ist der 5. Neudietendorfer Streuobstwiesentag von 12 bis 17 Uhr im Krügerpark, Bergstraße 9, angesetzt. Wenn Sie Ihre Reise auf diesen Termin abstimmen möchten, prüfen Sie die Veranstaltungsangaben vorab.

Geschichte der Böhmischen Brüder

1742 erwarben Mitglieder der »Böhmischen Brüder« von Graf Gotter ein altes Rittergut mit einer dazugehörigen Siedlung am Ufer der Apfelstädt. Zehn Familien ließen sich dort nieder und wollten nach dem Herrnhuter Vorbild leben. Wegen Unstimmigkeiten mit den lutherischen Landesherren wurde die frühe Gemeinschaft mehrfach aufgegeben. So stehen der angestrebte gemeinsame Lebensentwurf und wiederholte Konflikte in einem deutlichen Gegensatz. Zunächst entstanden Chorhäuser – Häuser für die ledigen Brüder und Schwestern –, später folgten der Kirchsaal und weitere Gebäude.

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Kirchsaal und Gottesacker

Der Kirchsaal wurde am 6. April 1779 grundgelegt und am 2. Dezember 1780 eingeweiht. Grundlegung und Einweihung bezeichnen zwei unterschiedliche Stationen der Baugeschichte.

Der Friedhof, auch Gottesacker genannt, ist schlicht gestaltet. Die gleichförmigen liegenden Grabsteine tragen nur den Namen der verstorbenen Person, deren Geburts- und Sterbedatum sowie einen Vers. Das älteste Grab stammt aus dem Jahr 1743 und liegt damit 36 Jahre vor der Grundlegung des Kirchsaals. Am Ostersonntag wird bei Sonnenaufgang auf dem Gottesacker die Osterliturgie gefeiert. Die Grabsteine tragen individuelle Lebensdaten und Verse; die Osterliturgie ist neben diesen schlichten Erinnerungszeichen eine religiöse Feier am selben Ort, am Ostersonntag bei Sonnenaufgang.

Weitere Reiseziele entdecken: Waltershausen, Wandersleben, Mühlberg, Hohenkirchen, Emsetal, Tonna, Tambach-Dietharz, Seebergen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Gotha.

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