Lehesten: Schieferbergbau, Kirche und Wanderwege
Unterkünfte in Lehesten
Lehesten ist ein Ort, an dem Schiefer markante Zeugnisse des Handwerks und der Ortsgeschichte prägt. Im Technischen Denkmal „Historischer Schieferbergbau Lehesten“ begegnen Sie der Geschichte des Schiefers und der Tradition des thüringisch-fränkischen Schieferbergbaus in einem außergewöhnlichen Industrieensemble. Daneben bieten die Kirche St. Aegidien und Wege im Thüringer Schiefergebirge andere Perspektiven auf den Ort. So lässt sich ein Aufenthalt je nach Interesse zwischen Industriegeschichte, Baukunst und Aktivsein gestalten.
Schieferbergbau am Originalstandort
Das Technische Denkmal bewahrt historische Gebäude des 19. Jahrhunderts, darunter die in Europa einmalige Göpelschachtanlage und die markante Doppelspalthütte. Als Schiefergewinnungsstätte am Originalstandort macht das Ensemble den Ort der Arbeit selbst zum Thema. Fachkundige Führungen vermitteln Traditionen und Verarbeitungstechniken des Schieferbergbaus und geben dem Besuch einen thematischen Rahmen.
Wer selbst etwas ausprobieren möchte, kann auf Anfrage und unter Anleitung an der Schieferschere ein Schiefersouvenir zuschneiden. Die Arbeit erfolgt auf eigene Verantwortung; Arbeitshandschuhe und Schürze werden bereitgestellt. Da das Angebot auf Anfrage stattfindet, empfiehlt es sich, die Möglichkeit vor der Reise abzustimmen.
Schiefer in der Kirche und im Handwerk
Auch in der Lehestener Kirche St. Aegidien ist Schiefer präsent: Altar, Kruzifix und der Altar der Taufkapelle bestehen aus dem Material. In der Kirche befindet sich außerdem eine vermutlich größte jemals aus einem Stück gehauene Schiefertafel. Sie wurde 1872 im Schieferbruch „Kießlich“ gewonnen und ist 308 cm hoch sowie 253 cm breit. Die Maße geben dem einzelnen Werkstück eine besondere Anschaulichkeit; die weiteren Schieferarbeiten zeigen den Werkstoff in der Ausstattung der Kirche.
Ein anderer Bezug zum Handwerk ist Deutschlands älteste Dachdeckerschule, die sich in Lehesten befindet. 1992 wurde sie wiedereröffnet, modernisiert und erweitert. Heute dient sie wieder als Ausbildungsstätte für das thüringische Dachdeckerhandwerk. Kirche und Schule stehen damit für unterschiedliche Seiten des örtlichen Schiefer- und Handwerksthemas: für sichtbare Gestaltung einerseits und berufliche Ausbildung andererseits.
Schieferpark und Wanderwege
Am Staatsbruch Lehesten liegt der Schiefersee dort, wo früher Schiefer im Tagebau abgebaut wurde. Der 60 Hektar große Schieferpark lässt sich ganzjährig zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auf Skiern erkunden. Diese Auswahl eröffnet unterschiedliche Arten, das Gelände zu erleben, ohne den Aufenthalt auf eine einzige Fortbewegungsart festzulegen.
Lehesten ist außerdem ein Ausgangspunkt für Wanderungen im Thüringer Schiefergebirge, darunter auf dem Schieferpfad. Der Rennsteig setzt einen anderen Akzent: Er ist ein 168 km langer Höhenwanderweg, führt durch das Lehestener Gebiet und verläuft in Brennersgrün mitten durch den Ort. Für die Orientierung unterscheiden sich die beiden Bezüge: Beim Schieferpfad ist Lehesten als Ausgangspunkt genannt, beim Rennsteig stehen die Länge und der Verlauf durch das Gebiet im Vordergrund.
Schmiedebach in der zugehörigen Gemeinde
In der zugehörigen Gemeinde zeigt das Schieferdorfmuseum Schmiedebach rund 2.000 Ausstellungsstücke zur Geschichte des Ortes und der Region. Individuelle Führungen durch die Ortsgeschichte gibt es nach Absprache; am Museum stehen Parkplätze zur Verfügung. Wenn Sie diesen Museumsbesuch einplanen möchten, stimmen Sie eine Führung vorher ab.
Lehesten als Ausgangspunkt wählen
Wenn die Schieferzeugnisse und Wanderwege in Lehesten Ihren Reiseplan bestimmen, können Sie den Ort bei der Suche nach Unterkünften als Ausgangspunkt in den Blick nehmen. Für die Planung hilft die Frage, ob Sie vor allem Zeit für das Bergbaudenkmal und St. Aegidien oder für Erkundungen im Schieferpark und Wanderungen vorsehen möchten.
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