Grütz an der Havel: Radwege, Nadelwehr und Dorfkirche
Unterkünfte in Grütz
Grütz ist ein Sackgassendorf an der Havel zwischen Landschafts- und Naturschutzgebieten. Durch den Ort führen zwei benannte Radwege; an der Grützer Schleuse liegt ein seltenes Nadelwehr, und die Dorfkirche erzählt vom Wiederaufbau nach dem Brand von 1802. So stehen Havelbezug, Radfahren und Dorfgeschichte nebeneinander.
Radwege und das Nadelwehr in Grütz
Der Havel-Radweg und der Havelland-Radweg führen durch Grütz; beide gehören hier zur Fernradverbindung Hamburg–Berlin. Von diesen Routen aus lässt sich das Nadelwehr in Richtung Schollene und Havelberg erreichen. Damit treffen eine benannte Radwegeverbindung und ein konkretes historisches Bauwerk aufeinander. Für die Planung Ihrer Etappe empfiehlt es sich, Beschilderung und Bedingungen vor Ort zu prüfen.
Zu den Besonderheiten der Grützer Schleuse zählt ein selten erhaltenes Nadelwehr. Intakte Nadelwehre gibt es in Deutschland so wenige, dass sie an einer Hand abzuzählen sind. Wer sich für Technik- und Ortsgeschichte interessiert, findet hier neben dem Verlauf der Fernradverbindung einen weiteren konkreten Anknüpfungspunkt. Das Nadelwehr und die Radwege setzen unterschiedliche Akzente: hier ein besonderes Bauwerk, dort die benannten Routen durch den Ort.
Dorfkirche und Wiederaufbau
Auch die Dorfkirche führt in die Geschichte Grützs. Nachdem ein Feuer 1802 das Dorf zerstört hatte, wurde die Kirche bis 1806 wiederaufgebaut. Die offene Dorfkirche hat einen hölzernen Kanzelaltar mit bäuerlichen Gemälden eines Malers aus Rathenow. Ein Kanzelaltar vereint Kanzel und Altar in einer Anlage. Die Glasfenster zeigen mittelalterliche Figuren; die Glocken stammen aus dem Jahr 1815 und aus einer noch früheren Zeit. So begegnen Ihnen in einem Ort verschiedene historische Spuren: der Wiederaufbau nach dem Dorfbrand und die Ausgestaltung der Kirche.
Rathenow im übergeordneten Reiseziel
In Rathenow liegt der historische Kern mit Teilen der alten Stadtmauer, dem Kirchberg und der St.-Marien-Andreas-Kirche auf der Altstadtinsel, die von vier Havelarmen umschlossen wird. Ein weiterer historischer Ort ist das Geburtshaus des Pfarrers Johann Heinrich August Duncker gegenüber dem Westportal der Kirche. Ab 1800 betrieb er dort seine erste optische Werkstatt. Das Optik Industrie Museum Rathenow zeigt rund 1.200 Ausstellungsstücke zur Geschichte der Optik. Wenn Sie bei der Reiseplanung Kultur in den Mittelpunkt stellen, lassen sich damit Stadtgeschichte und Optikgeschichte als unterschiedliche Themen betrachten.
Auch der Bismarckturm gehört zu den Rathenower Wahrzeichen: Neben dem Kirchturm gilt er als zweites Wahrzeichen der Stadt. Der Turm auf dem Rathenower Weinberg wurde am 24. Juni 1914 zu Ehren des ehemaligen Reichskanzlers Fürst Otto von Bismarck eingeweiht. Die Brücken lassen sich anhand ihrer Verbindungen unterscheiden: Die 348 m lange Weinbergbrücke verbindet den Optikpark mit dem Weinberg. Eine Fuß- und Radwegebrücke verbindet den Kirchberg mit dem Weinberg; sie wurde 2001–2002 gebaut und stellt die Verbindung nach 700 Jahren wieder her. Der Optikpark liegt mitten in Rathenow an einem Nebenarm der Havel.
Auch für die Wegeplanung bietet Rathenow weitere Orientierungspunkte. Dort verlaufen der Havel-Radweg, der Havelland-Radweg als Teil des Radwegs Hamburg–Berlin sowie die 1.111 km lange Tour Brandenburg. Im Rathenower Stadtforst gibt es ein ausgeschildertes Wanderwegesystem. Der Naturlehrpfad beginnt und endet am Waldparkplatz Ferchesarer Weg.
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