Normen zur Barrierefreiheit Portugal

Normen zur Barrierefreiheit Ebenerdige Zugänge zu Geschäften und Plätzen sind in vielen Städten Portugals vorhanden

Barrierefreiheit in Portugal

Seit im Jahr 2009 das Thema der Behindertenrechte in den europäischen Fokus rückte, hat sich vieles verändert. Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen beinhaltet vor allem den wichtigen Grundgedanken, Barrierefreiheit als Recht anzusehen. In Portugal sind die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen sowohl der Politik als auch der Gesellschaft bewusst. Seit dem Aufkommen der wichtigen Gedanken rund um die Zugänglichkeit öffentlicher Einrichtungen hat sich in Portugal einiges getan. Das Mitdenken und Umdenken in Portugal ist bereits weit fortgeschritten und wird durch DIN-Normen geregelt. Zudem gibt es eine Initiative, die auf Erfahrungen eines körperlich behinderten Architekten fußt. Rechtlich gesehen gibt es wenige Bestimmungen, die sich mit der Barrierefreiheit befassen. In Portugal ordnen die Verfassungen jene Normen, die sich auf behinderte Menschen beziehen, eher den wirtschaftlichen und sozialen Grundrechten zu.

Beispiele für Barrierefreie Einrichtungen

Portugal hat viele Bereiche des öffentlichen Lebens bereits zugänglich gestaltet. Ein Beispiel hierfür sind Reihen von barrierefreien Zugängen zum Meer. Insgesamt sind vierundsiebzig Badezonen mit einer weißen Flagge gekennzeichnet- diese weist durch ein besonderes Symbol auf Behindertenparkplätze, einen behindertengerechten Zugang, behindertengerechte Toiletten und Stege hin. Über Zugangsrampen können Menschen mit eingeschränkter Mobilität zum Strand gelangen. An manchen Stränden kann man mit Hilfe weiterer Personen sogar im Meer baden. Gute Beispiele für diese Strände sind Cascais, Estorit, Faro und Albufeira.

Die U-Bahnen der portugiesischen Hauptstadt Lissabon sind mit speziellen Sitzen ausgestattet, die für Menschen mit Behinderungen reserviert sind. Blinde Mitfahrer können ihren Hund mit sich führen, sofern dieser mit Leine und einem Maulkorb ausgestattet ist. Allerdings- und hier werden die Grenzen der Barrierefreiheit bereits sichtbar- sind nicht alle Bereiche des U-Bahn-Netzes frei zugänglich gestaltet. In Porto ist die Metro jedoch vollständig behindertenzugänglich. Die größeren Bahnhöfe Portugals verfügen aber über Fahrstühle an den Gleisen und Fahrsteigen.

Eine weitere Einrichtung in Portugal zeigt sich in Lissabon und Porto, wo man Rufbusse für Menschen mit Behinderungen ordern kann. In den Orten Braga und Coimbra gibt es eine Rufnummer für Taxen, mit denen man als behinderter Mensch gut fahren kann.

Über eine Reiseagentur sind Rundreisen und die Vermietung von Hilfsmitteln arrangierbar. Für einen Urlaub kann man aus einer großen Auswahl frei zugänglicher Unterkünfte wählen. Die Flughäfen in Portugal sind allesamt mit behindertengerechten Sanitäranlagen ausgestattet und haben bereits Transfers für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind sowie für Rollstuhlfahrer. Man kann zudem einen Betreuungsservice buchen.

Informationen zum Thema Barrierefreiheit

Gute Ansprechpartner bieten sich für alle Fragen rund um die Barrierefreiheit in Portugal auf den Seiten www.accessibleportugal.com (Informationen in portugiesischer Sprache) und www.portugalacessivel.com (Informationen auch in deutscher Sprache). Diese beiden Seiten bieten zahlreiche Informationen. Besonders auf Portugalacessivel kann man in drei Sprachen alles erfahren, was wichtig ist. Es geht hierbei nicht nur um Unterkünfte, Kultur, Freizeitgestaltungen, Restaurants und sogar Bewertungen, sondern auch um öffentliche Verkehrsmittel.

Foto: www.wato.de, Dagobert Wiedamann

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