Polen auf dem Weg zur Barrierefreiheit

Polen auf dem Weg zur Barrierefreiheit Polen schafft Barrierefreiheit für Rollifahrer

Polen und die Barrierefreiheit

In Polen sind die Bedürfnisse behinderter Menschen und das Thema Barrierefreiheit leider noch nicht in Gänze bei den theoretisch zuständigen Entscheidungsträgern der Politik angekommen. Die Schwierigkeiten liegen hierbei vor allem nicht nur in der Unzugänglichkeit öffentlicher Gebäude oder den Schwierigkeiten beim Personentransport, sondern vor allem erst einmal dort, wo Ideen entstehen: In den Köpfen der Menschen. Es ist lange überfällig, Bestimmungen und Leitlinien aufzusetzen, um öffentliche Gebäude, Infrastrukturen und vieles mehr barrierefrei umzugestalten. Das aktuelle Baugesetz in Polen stammt aus dem Jahr 1994 und behandelt unter Anderem die Gestaltung von öffentlichen Gebäuden und Mehrfamilienhäusern im Hinblick auf die Barrierefreiheit. Das Gesetz besagt in Artikel 5 unter Anderem: “Gebäude und ihre Technik sind nach polnischen Normen und Regeln sowie dem technischen Wissen zu errichten, um (...) die notwendigen Konditionen zur Nutzung öffentlicher Gebäude und Mehrfamilienhäusern von behinderten Menschen, besonders denen, die Rollstühle nutzen, zu gewährleisten.“ Dies ist nach wie vor der wichtigste Punkt, der das Thema Barrierefreiheit betrifft, wobei der Punkt „...besonders denen, die den Rollstühle nutzen.“ zeigt, dass andere Behinderungsarten aus der öffentlichen, politischen Betrachtung gelassen werden. Es gibt überdies eine Direktive des Bauministeriums aus dem Jahr 1994, welches sich mit Neubauten und Modernisierungen beschäftigt. Das Dokument befasst sich mit Eingängen, Rampen und ihren Oberflächen, Handläufen, Aufzügen, Treppen und Bädern für behinderte Menschen. Der Fokus liegt hierbei vor allem auf Rollstuhlfahrern und weniger auf taktilen oder akustischen technischen Hilfsmitteln für andere Behinderungsarten.

Zu Besuch in Polen

Auch wenn die Bestimmungen in Polen nicht ausreichend für alle Behinderungsarten ausgearbeitet sind, ist es möglich, das Land zu besuchen. Viele Bereiche des Tourismus sind bereits besonders auf Rollstuhlfahrer zugeschnitten worden. Es ist gut möglich, zum Beispiel einen Urlaub an der Ostsee zu machen und dort behindertengerechte Übernachtungsmöglichkeiten wie Ferienhäuser und Ferienwohnungen zu finden. Personal und Wohnungsvermieter sind auf Menschen mit Behinderungen eingestellt und helfen bei Bedarf gerne weiter. Es ist also sehr gut möglich, das interessante Land kennenzulernen, wenn man sich vor einem Reiseantritt sehr genau über die Möglichkeiten und Konditionen vor Ort informiert hat. Einige Orte sind sehr empfehlenswert für einen Besuch.

Polens barrierefreie Zukunft

Das Umdenken und Mitdenken in Europa erreicht auch Polen und so wird die Zukunft in diesem deutschen Nachbarland anders aussehen. Es sind bereits die Grundsteine für ein barrierefreies Denken gelegt und auch wenn die Umsetzung noch etwas dauern wird und es noch viele weitere Gedanken geben muss, so ist Polen auf einem guten Weg. Die hilfsbereiten Polen selbst sind freundlich eingestellt und wissen bei einem Besuch zu unterstützen.

Foto: www.wato.de, Sabine Wiedamann

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„Barrierefreies Budo“, der Bundeslehrgang geht in die 12. Runde. Am 12. und 13. September 2015 öffnet die Karateschule Nippon in Bremerhaven die Pforten und lädt Menschen mit Behinderungen zum Selbstverteidigungskurs ein.
Barrierefreies Estland Pressereise
Sabine Wiedamann, Redakteurin von wato.de, wird an der Pressereise Unentdeckte Perlen des barrierefreien Estland teilnehmen.
Barrierefreiheit, Zertifizierungen am Hochdahler Markt
Erste Zertifizierungen auf Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer in Geschäften und bei Dienstleistern am Hochdahler Markt wurden von wato durchgeführt.

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