Barrierefreies Bauen Schweiz

Barrierefreies Bauen Schweiz In der Schweiz wird viel für die Barrierefreiheit getan

Die Schweiz und die Barrierefreiheit

Die Schweiz ist seit vielen Jahren mit der Umsetzung einer barrierefreien Öffentlichkeit beschäftigt und hat hierfür gesetzliche Grundlagen geschaffen. Jeder Kanton hat seine Bauvorschriften die er bei Neubau oder Umbau zusammen mit dem Eidgenössischen Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) erfüllen muss, um eine Baubewilligung zu erhalten.

Das Behindertengleichstellungsgesetz trat im Jahr 2004 in Kraft. Die Schweiz befasst sich umfangreich und nachhaltig mit dem Thema der Barrierefreiheit. Es werden werden zahlreiche Untersuchungen durchgeführt, die sich mit den Folgen des barrierefreien Bauens befassen und auch untersuchen, wie sich eine Umwelt mit Barrieren auf die Gesellschaft auswirkt. In der Schweiz sorgen Fachorganisationen wie Pro Infirmis oder Procap sowie das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen für ausreichend Informationen und Hintergrundwissen. Das Büro ist mit der Förderung der Gleichstellung beauftragt und sorgt für eine Sensibilisierung, gibt Rat und unterstützt Programme wie auch Projekte finanziell, die für die Gleichberechtigung arbeiten. Der nationale Branchenverband der Institutionen für Menschen mit Behinderung INSOS vertritt darüber hinaus in der Schweiz die Interessen von 750 Institutionen für Menschen mit Behinderung.

Die Fachstelle für behindertengerechtes Bauen

Die Schweizerische Fachstelle für behindertengerechtes Bauen (auf Französisch Centre suisse pour la construction adaptée aux handicapées) betreut die Thematik. Durch die Veröffentlichung von Rundschreiben und laufend aktualisierten Dokumenten auf Deutsch und Französisch unterstützt die Fachstelle die Umsetzung der baurechtlichen Bestimmungen: www.hindernisfrei-bauen.ch/index.htm
Auf ihrer Internetseite präsentiert sie zahlreiche aktuelle Themen, stellt unter Anderem Weiterbildungskurse für Baubehörden, Einführungskurse zum hindernisfreien Bauen und zahlreiche Fachberichte. Beratungsstellen können gefunden und die Bauvorschriften eingesehen werden. Die Fachstelle informiert zu Kosten und auch zu besonderen Themen wie taktile oder akustische Leitsysteme und auch zu Themenbereichen, die für ältere Menschen wichtig sind.

Mit dem Rollstuhl in der Schweiz

Aktuell hat die Schweiz bereits viele ihrer Ziele in Richtung Barrierefreiheit erreicht. Natürlich müssen Rollstuhlfahrer immer noch mit einer eingeschränkten Zugänglichkeit rechnen. Nicht alle Transportmittel sind uneingeschränkt nutzbar, viele Gebäude und Sanitäranlagen können nicht besucht werden und gerade wenn zur eingeschränkten Mobilität weitere Behinderungen wie eine verminderte Sehfähigkeit dazukommen, wird es schwierig. Jedoch liegt der Standard in der Schweiz insgesamt nicht niedriger als zum Beispiel in Deutschland. Das Diskriminierungsverbot der schweizerischen Verfassung und das Bundesgesetz über die Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen sind aktuell und in Zukunft die Grundlagen für die Barrierefreiheit. Die Schweiz erachtet die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben sowie die Möglichkeit zu Arbeit, Ausbildung und Weiterbildung als hohes Gut und arbeitet weiterhin an der Umsetzung.

Foto: www.wato.de, Dagobert Wiedamann

News

Bundeslehrgang Barrierefreies Budo
„Barrierefreies Budo“, der Bundeslehrgang geht in die 12. Runde. Am 12. und 13. September 2015 öffnet die Karateschule Nippon in Bremerhaven die Pforten und lädt Menschen mit Behinderungen zum Selbstverteidigungskurs ein.
Barrierefreies Estland Pressereise
Sabine Wiedamann, Redakteurin von wato.de, wird an der Pressereise Unentdeckte Perlen des barrierefreien Estland teilnehmen.
Barrierefreiheit, Zertifizierungen am Hochdahler Markt
Erste Zertifizierungen auf Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer in Geschäften und bei Dienstleistern am Hochdahler Markt wurden von wato durchgeführt.

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