Sexualbegleitung

Sexualbegleitung Sexualbegleitung für Menschen mit Behinderungen

Sexualbegleitung – ein sensibles Thema

Die Sexualbegleitung ist definiert als eine Form aktiver Sexualassistenz, bei der es um Körpergefühl, Nähe, Zärtlichkeit und verschiedene Form sexueller Interaktion geht. Hierbei richtet sich die Sexualbegleitung an Menschen mit Beeinträchtigungen. Dies können körperliche aber auch seelische Behinderungen sein. Sowohl extrem schüchterne oder seelisch verletzte Menschen als auch Personen mit Spastiken, Paresen sowie anderen Behinderungen können mit Hilfe der Sexualbegleitung einen Weg zu erfüllter Sexualität finden.

Dieses Thema ist noch mit gewissen Tabus belegt, daher ist es wichtig, über die Möglichkeiten der Begleitung aufzuklären. Sexualbegleiter- und Begleiterinnen sind keine Prostituierten im herkömmlichen Sinn, sondern dazu ausgebildet, sich auf den einzelnen Menschen und seine besonderen Bedürfnisse einzulassen. Hierbei gibt es nicht unbedingt von Anfang an festgelegte Aktivitäten, die in jedem Fall geschehen müssen, sondern die Bedürfnisse werden entdeckt oder mitgeteilt, um dann möglichst erfüllt zu werden. Eine erfüllte Sexualität ist für alle Menschen gleicher Maßen wichtig. Wohlbefinden, Selbstbewusstsein und das Sich-Annehmen sind für Menschen mit Behinderungen ebenso Teil dieses Lebensbereiches wie für Nicht-Behinderte auch.

Welche Bereiche umfasst die Sexualbegleitung?

Im Grunde genommen alle. Nicht nur Bäder, Massagen oder bekannte Sexualpraktiken sind möglich. Manche SexualbegleiterInnen bieten auch besondere Fetische, BDSM, Adult Baby-Spiele und bizarre Praktiken an. Ein weitere Bereich der Sexualbegleitung kann Liebescoaching sein, bei dem ein besseres Selbstbewusstsein vermittelt werden kann. Besonderer Unterricht wird oft auch Frauen geboten, die ihren Körper kennenlernen möchten und mit ihm auf besondere Weise umgehen möchten. Gemeinsame Bäder, Massagen, Gespräche oder auch Kuscheln können weitere Bereiche der Sexualbegleitung sein. Es wird ein Raum für Erfahrungen geschaffen, den viele Menschen längst resigniert aufgegeben haben oder als oft sehr problematisch erfahren.

Ein besonderer Raum für besondere Menschen

Die Sexualbegleiter sehen nicht die Behinderungen als vordergründig, sondern den Menschen. Die belastende gesellschaftliche Idee der körperlichen Perfektion steht vielen Menschen im Weg – besonders natürlich jenen mit Behinderungen. Diese können körperlich und somit für alle sichtbar oder aber auch seelisch sein. In letzterem Fall sind sie verborgen und behindern den Menschen ebenfalls in seinem Alltag. Manchmal treffen beide Arten der Behinderungen zusammen. In jedem Fall bietet die Sexualbegleitung Möglichkeiten, diese Behinderungen zwar anzunehmen, aber nicht in den Vordergrund zu stellen. Der Mensch steht im Zentrum und soll seine Wünsche, Ängste und Bedürfnisse wahrgenommen wissen.

Wo erfahre ich mehr über das Thema Sexualbegleitung?

Es gibt inzwischen verschiedene, geschmackvolle und ansprechende Seiten von AnbieterInnnen der Sexualbegleitung. Einige sind mit Bildern anschaulich gestaltet, andere verzichten bewusst auf Fotos. Die Möglichkeiten und manchmal auch Grenzen der Begleitung werden auf den Seiten dargestellt und es ist möglich, direkt Kontakt zu den BegleiterInnen aufzunehmen.

Hier eine Seite, die Sexualbegleitung vorstellt:
www.trotz-allem-lust.de

Foto: www.wato.de

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